Im Zeitraum des 26. Februar bis 7. März 2019 reiste Günther Nooke nach Kenia und an das Horn von Afrika zu diversen Gesprächen mit Vertretern aus Politik, Zivilgesellschaft und NROs.

Bei seiner ersten Station in Kenia besuchte Herr Nooke das Ministerium für Handel und Industrie sowie UN Habitat. Im Handels- und Industrieministerium ging es um die geplante Afrikaweite Freihandelszone, die Anfang Juli auf einem Sondergipfel der Afrikanischen Union in Niamey in Kraft treten soll, und von der wir uns neue Impulse für die regionale Wirtschaftsintegration Afrikas erwarten werden.

Mit den Vertretern von UN Habitat thematisierte Nooke unter der Überschrift „Städte statt Lager“ Optionen, statt Flüchtlinge und Migranten in Lagern zu alimentieren, Ihnen in urbanen Strukturen Möglichkeiten anzubieten, sich wirtschaftlich zu betätigen und anzusiedeln. UN Habitat als dafür spezialisierte UN Organisation bietet nicht nur viel Fachwissen sondern war an diesem Austausch ebenfalls sehr interessiert.

Weitere Termine waren ein Gespräch über die regionalen Aktivitäten des Better Migration Management Programms und mit James Shikwati, einem Ökonom mit Schwerpunkt regionaler Handel, der 2018 mit einem Bosch-Stipendium in Berlin war.

 

Den zweiten Teil seines Kenia-Besuchs widmete Herr Nooke einem Tauschringmodell, das von der NRO Grassroots Economics in Slumvierteln in Nairobi und Mombasa sowie in ländlichen Kommunen im Osten Kenias betrieben wird. Die Grundidee dieser Projekte ist es, brachliegende Produktions- und Konsumkapazitäten durch die Verfügbarkeit zusätzlicher Liquidität in Form von nicht konvertierbarer Tauschwährung oder Vouchern zu mobilisieren. Diese Projekte laufen bereits seit einigen Jahren und erhielten in der zweiten Hälfte 2018 durch die Nutzung der Blockchain-Technologie einen zusätzlichen positiven Schub. Im Auftrag vom BMZ untersucht die GIZ zur Zeit Umsetzungsvarianten dieses Konzepts in Kamerun und eventuell anderen Entwicklungsländern. Bereits bevor Nooke durch eine Internetrecherche auf GE in Kenia aufmerksam wurde, fanden während einer Reise im Februar und im Juni 2018 mit mehreren Königen aus dem Grasland in Kamerun Gespräche über solche Dorfentwicklungsprojekte statt.

 

Am 3. März traf Nooke in Mogadischu, Hauptstadt von Somalia den Präsidenten Farmajo und den Planungsminister Gamal in der Villa Somalia außerhalb der Sicherheitszone in der Stadt. In den Gesprächen ging es um die Sicherheitslage in Somalia, die verschiedenen Interessenslagen am Horn von Afrika sowie die Entwicklungszusammenarbeit zwischen Somalia und Deutschland. Neben diesen hochrangigen Konsultationen sprach Nooke mit Vertretern der VN und EU im „Hochsicherheitstrakt“ der EU.

 

Bei seiner letzten Station besuchte Nooke  Somaliland. Somaliland ist völkerrechtlich Teil der Föderalen Republik Somalia, die seit 1993 vergeblich die Anerkennung als unabhängiger Staat anstrebt; ehemals Britische Kolonie, heute weitgehend eigenständig agierend und sicher im Vergleich zu Mogadischu oder anderen Gebieten in Somalia. Am 4. März traf er mit dem Präsidenten der Teilrepuplik, Muse Bihi Abdi, zusammen. Die Konversation drehte sich vor allem um die entwicklungspolitische Zusammenarbeit zwischen Somaliland und Deutschland, mit der sich der Präsident sehr zufrieden zeigte. Am Abend gab Herr Nooke ein Abendessen, an dem sechs Minister (Finanzen, Umwelt, Planung, Verkehr, Wasser und Landwirtschaft), der Bürgermeister von Hargeisa, der Hauptstadt von „Somaliland“, Repräsentanten der Botschaft Nairobi und Durchführungsorganisationen KfW und GIZ teilnahmen. Am 5. und 6. März besuchte Herr Nooke Projekte deutscher Entwicklungszusammenarbeit in Hargeisa und Berbera, sowie den Hafen von Berbera, der auch für die EU und Deutschland von geopolitischer Bedeutung ist und wo Investitionen zur Stabilität in der Region beitragen könnten. Der Hafen wir derzeit von DP World, mehrheitlich im Besitz der VAE gemanagt; eine Sonderwirtschaftszone soll noch dieses Jahr folgen.